Integration: Gemeinsames Mahl von Muslimen und Nicht-Muslimen im Kulturzentrum "das Haus" / Mehr als 100 Gäste

Fastenbrechen soll Brücken schlagen

"Der Ramadan bringt Muslime, Nicht-Muslime, Arme und Reiche, Freunde und Bekannte an einen Tisch", erklärte Yilmaz Talay vom Mundenheimer Verein zur Förderung der Integration und Bildung. Er rege zu Gesprächen und zum Nachdenken an und leiste einen Beitrag zur Integration der Muslime in Deutschland, sagte er vor über 100 Gästen, die zum traditionellen Fastenbrechen ins Kulturzentrum "Haus" gekommen waren.

Lohse sieht gutes Miteinander

Unter den Gästen waren auch Vertreter der Stadtspitze, der Parteien und der protestantischen Kirche. "Sie bieten uns Geselligkeit an", dankte OB Eva Lohse für die Einladung. Zusammen mit dem Moderator Haydar Sahin, Mitglied im SPD-Arbeitskreis Migration, forderte die CDU-Politikerin dazu auf, nicht übereinander, sondern "miteinander" zu sprechen - "und das tun wir heute Abend, wenn wir hier sitzen."

"In Ludwigshafen können wir auf ein gutes Miteinander blicken", sagte die OB und appellierte zugleich: "Das Allerwichtigste ist, dass wir unsere Kinder unterstützen, im Erlernen der deutschen Sprache und dem Erreichen guter Bildungsabschlüsse." Bundestagsabgeordnete Doris Barnett (SPD) ergänzte: "Wir brauchen einander. Sie hoffe auf "eine gemeinsame gute Zukunft, so wie in Ludwigshafen, auch in Europa".

Der Ramadan sei ein "Zyklus der Selbstreflexion", erklärte Ihsan Altintas-Oglu, Vorsitzender des Islamrates Rheinland-Pfalz. Die Muslime läuterten dabei ihren Geist und "üben sich verstärkt in der Besserung eigener Tugenden". Yasar Cimsit, Vorsitzender des islamischen Regionalverbandes Rhein-Neckar-Saar hoffte, dass die gemeinsame Feier das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit fördere.

Besonders dankte Haydar Sahin dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Migrationsbeirat, Baris Yilmaz, der als "treibende Kraft" dazu beigetragen habe, dass der Abend zustande gekommen sei. Ziel sei es, eine Brücke zu schlagen "zwischen den Moschee-Vereinen und der deutschen Gesellschaft". mav

Mannheimer Morgen
4. September 2010